Eulen

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12 Eulen im Natur-Lexikon

Foto Bartkauz Bartkauz (Strix nebulosa)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Habichtskauz Habichtskauz (Strix uralensis)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Schleiereule Schleiereule (Tyto alba)
Fam. Schleiereulen (Tytonidae)

Foto Schnee-Eule Schnee-Eule (Nyctea scandiaca)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Sperbereule Sperbereule (Surnia ulula)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Sperlingskauz Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Steinkauz Steinkauz (Athene noctua)
Fam. Eulen i.e.S. (Strigidae)

Foto Sumpfohreule Sumpfohreule (Asio flammeus)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Uhu Uhu (Bubo bubo)
Fam. Eulen i.e.S. (Strigidae)

Foto Waldkauz Waldkauz (Strix aluco)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Waldohreule Waldohreule (Asio otus)
Fam. Eulen (Strigidae)

Foto Zwergohreule Zwergohreule (Otus scops)
Fam. Eulen (Strigidae)

Allgemeine Informationen zu (Eulen - Strigiformes)
Autor: Hans-Wilhelm Grömping

Eulen stellen eine selbstständige, eigenartige Vogelgruppe dar, die sich gut von anderen Vogelgruppen absetzt. In der Systematik am nächsten stehen den Eulen die Nachtschwalben, von denen bei uns in Mitteleuropa aber nur eine Art, der Ziegenmelker, vorkommt. Eulen sind in einer großen Menge von Arten über die ganze Welt verbreitet und in allen Klimazonen und Landschaftstypen zu finden.

Fast alle Eulenarten sind dämmerungs- und nachtaktiv und hervorragend an das Leben in der Dunkelheit angepasst. Bei hellem Tageslicht jagen die im Norden lebenden Arten wie Sperbereule, Schnee-Eule, aber auch der Sperlingskauz, die Sumpfohreule und in geringerem Maße der Steinkauz.

Eulen haben eine Reihe von typischen Merkmalen: Die Augen blicken wie Menschenaugen nach vorne. Eulenaugen sind sehr lichtempfindlich; das Farbsehen ist dagegen nicht gut entwickelt und auch der Blickwinkel ist geringer als bei anderen Vogelarten. Die fehlende Beweglichkeit der Augen wird bei Eulen durch eine große Beweglichkeit des Kopfes ausgeglichen. Eulen können den Kopf bis auf den Rücken umdrehen oder so weit in den Nacken legen, dass der Schnabel nach oben zeigt.

Ein weiteres Merkmal der Eulen ist ein dick erscheinender Kopf, wobei dieser Eindruck allerdings nur hervorgerufen wird durch eine lockere und reiche Befiederung. Eulen haben darüber hinaus einen trichterförmigen Kranz starrer Federchen um jedes Auge. Dieser Federkranz wird „Schleier“ genannt und dient dazu, den Schall zu bündeln und zu den Öffnungen der Ohren zu leiten. Bei nachtaktiven Eulen ist dieser Schleier am deutlichsten ausgeprägt. Eulen können zudem beinahe lautlos fliegen und dadurch ihre Beute überraschen. Für die Geräuschlosigkeit sorgt besonders weiches Gefieder.

Mit den Greifvögeln besteht keine nähere Verwandtschaft trotz der äußerlichen Ähnlichkeiten, die durch den krummen Schnabel und die dolchartigen Fänge hervorgerufen werden. Wie die Greifvögel töten Eulen mit ihren Krallen, den Schnabel brauchen sie zum Zerreißen ihrer Beute.

Ein Nest bauen Eulen nicht. Sie legen ihre Eier unmittelbar auf den Boden oder scharren eine flüchtige Mulde. Die meisten Eulen brüten in Höhlen oder auf dem Boden, manche besetzen auch alte Greifvogel- und Krähennester. Euleneier sind weiß und kugelig. Nur das Weibchen brütet sie aus und zwar vom ersten Tag der Eiablage an. Die Jungen schlüpfen über einen längeren Zeitraum und sind so verschieden groß. Nur in guten Jahren mit reichlichem Nahrungsangebot werden auch die kleinsten Eulen erwachsen, wenn die Nahrung knapp wird, gehen sie zugrunde. Da Eulen weitsichtig sind, können sie Beute direkt vor ihrem Schnabel nur mit den Tastborsten am Schnabel wahrnehmen. Eulen schlingen ihre Beute möglichst im Ganzen herunter oder in recht großen Stücken. Ihre Verdauungssäfte können weder Knochen noch Horn angreifen. Die unverdaulichen Reste ballen sich im Magen zusammen und werden als Gewölle ausgewürgt. Durch Gewölleuntersuchungen lassen sich die Beutetiere der Eulen genau rekonstruieren.

In Europa leben dreizehn verschiedene Eulenarten. Der Sperlingskauz mit nicht einmal Starengröße ist der Zwerg unter den Eulen, der Uhu mit einer Flügelspannweite von 170 cm und einer Größe von bis zu 73 cm (Weibchen) ist der Riese. Bei allen Eulen sind die Weibchen größer als die Männchen und wiegen auch mehr. Im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheidet man zwischen Eulen und Käuzen, diese Unterscheidung wird in der Systematik nicht gemacht.

Literaturhinweise: Glutz von Blotzheim (Hg):Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 9, Wiesbaden 1980.
Theodor Mebs: Eulen und Käuze, Stuttgart 1987.
Frieder Sauer: Landvögel; in der Reihe: Gunter Steinbach (Hg): Die farbigen Naturführer, München.