Schildkröten

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3 Schildköten im Natur-Lexikon

Foto Indianerzierschildkröte Indianerzierschildkröte (Chrysemys picta belli)
Fam. Sumpfschildkröten (Emydidae)

Foto Rotwangenschmuckschildkroete Rotwangenschmuckschildkroete (Trachemys scripta elegans)
Fam. Sumpfschildkröten (Emydidae)

Foto Sumpfschildkroete, europaeische Sumpfschildkroete, europaeische (Emys orbicularis orbicularis)
Fam. Sumpfschildkröten (Emydidae)

Allgemeine Informationen zu Schildkröten (Testudines)
Autor: Thomas Flinks
Alle Fotos: Hans-Wilhelm Grömping

Schildkröten bevölkern die Erde seit mehr als 220 Millionen Jahren. Eine der ersten bekannten Vertreter war „Achelon“, eine circa 4m große Wasserschildkröte. Seit 150 Millionen Jahren existieren die Schildkröten in der uns bekannten Form.

Schildkröten gehören zur Klasse der Reptilien, haben somit eine hornplattenbesetzte Haut („Schuppen“), sind Lungenatmer und abhängig von der Umgebungstemperatur. Sie vermehren sich durch innere Befruchtung, nach der die Weibchen Spermien einlagern können und noch nach Jahren befruchtete Eier ablegen können. Ihre Nachkommen sind Miniaturausgaben ihrer Art, die ein Leben lang wachsen. Die Zeitigung der Eier geschieht durch Wärme, bedingt durch Sonnenlicht, das den Eihügel bzw. das „Nestsubstrat“ erwärmt. Die vorherrschende Temperatur der Eier im ersten Drittel der Zeitigung entscheidet über das Geschlecht des späteren Tieres.

Im Laufe der Evolution entwickelten sich leichte lederne Panzer sowie große, kräftige Beine mit Schwimmhäuten für das Leben im Wasser oder hohe, kuppelförmige knöcherne Panzer mit säulenförmigen Beinen für das Landleben. Der Panzer besteht aus dem Carapax (Rückenteil) und dem Plastron (Bauchteil). Die Verbindung zwischen beiden Teilen liefern die seitlichen Knochenbrücken mit Öffnungen für Kopf, Schwanz und Beinen.

Schildkröten unterscheiden sich in Halsberger (Cryptodira), die die größte Gruppe darstellen und den Halswendern (Pleurodira).   Die Halsberger können den Kopf senkrecht in den Panzer ziehen, die Unterordnung der Halswender schiebt den Kopf waagerecht unter den Panzer. Der Hals ist somit sehr flexibel und das beruht auf seinen acht Halswirbeln.

Anstelle von Zähnen haben alle Schildkröten schnabelförmige Kiefer mit scharfen Hornschneiden. Mit ihren krallenbesetzten Beinen bewegen sich Schildkröten mittels Laufen, Kriechen oder Schwimmen fort. Die Beine dienen auch zum Festhalten und Zerreißen von Beute und zur Paarungsstimulation dank Fächerns.

Schildkröten werden in 13 Familien und mehr als 200 Arten unterteilt. Ihre Lebensräume sind Sümpfe, Seen, Meere, Wüsten, Steppen und Wälder. Die überwiegende Zahl der Schildkröten ist Gemischtköstler und ernährt sich von Quallen, Insekten, Fischen, Aas, Seegras, Früchten oder Kräutern. Aber es gibt auch rein karnivore (fleischfressende) oder rein vegetarische Vertreter unter ihnen.

Schildkröten gibt es in den unterschiedlichsten Größen von der ein paar Zentimeter großen Schlammschildkröte bis zur circa 3 m langen Lederschildkröte.

Die Atmung ist sehr unterschiedlich und gibt somit einen guten Eindruck über die Spezialansprüche der verschiedenen Lebensräume. Die Atmung muss grundsätzlich anders sein als bei Säugetieren, Vögeln oder den drei anderen Reptiliengruppen, da den Schildkröten  kein flexibler Brustkorb zur Verfügung steht. Schildkröten haben besondere paarige Lungenmuskeln, die an einer Art Zwerchfell ansetzen und die Luft herauspressen, wenn sie sich zusammenziehen. Im Gegensatz zu anderen Tieren sind die Lungen der Schildkröten im Ruhezustand mit Luft gefüllt. Besondere Lungen- und Atmungsfähigkeiten sind gefragt, wenn Schildkröten bei drohender Gefahr Luft aus den Lungen pressen, um Platz für den Hals zu haben.

Ebenso sind bei wasserlebenden Schildkröten Lungenfähigkeiten gefragt, die rein landlebende Schildkröten nicht brauchen. Zum einen haben wasserlebende Schildkröten die Möglichkeit sehr schnell die Lungenluft zwischen den Lungen hin und her zu bewegen, um ein schnelles Navigieren unter und im Wasser zu gewährleisten und zum anderen setzen sie beim Abtauchen ihren Herzschlag herunter, sodass sie weniger Sauerstoff verbrauchen.

Einige Arten setzen zum Filtern des Sauerstoffs Schleimhäute im Mund ein bzw. gebrauchen die Analblasen zur Sauerstoffgewinnung. Somit können manche Arten mehrere Tage unter Wasser bleiben. Darüber hinaus benötigen Schildkröten aufgrund der Funktionsweise ihres Körpers nur sehr wenig Sauerstoff.